“Über 200 Jahre Toleranz zwischen Muslimen und Christen im maurischen Spanien” – Ein politischer Kommentar von Dennis Hohloch

Wer sich die letzte Sendung “Hart aber Fair” am 24.11.2014 anschaute und auf weiteren Erkenntnisgewinn in Bezug auf die Frage, ob denn der Islam nun zu Deutschland passe, gehofft hatte, musste unlängst feststellen, dass er dies von der anwesenden Runde nicht erwarten konnte. Ein sichtlich überforderter Frank Plasberg war über weite Strecken der Sendung nicht in der Lage ein konstruktives Diskussionsklima herzustellen. Dies wurde ihm allerdings auch sichtlich durch die muslimische Fraktion der anwesenden Gäste erschwert. Die ständigen Agitationen und Zwischenrufe Mazyeks, seines Zeichens Vorsitzender des Zentralrates der Muslime, und die sture Gesprächsleitlinie der Nichtbeantwortung sämtlicher Fragen von Frau Nas (Vorstandsmitglied des Rates der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg) ließen weder Raum für konstruktive Kritiken noch Zeit für die zufriedenstellende Abhandlung der einzelnen Diskussionspunkte zu.

Seinen Höhepunkt erreichte die Sendung als Mazyek das einfältige und bis dato gänzlich, wohl durch westliche Geschichtspropaganda, geblendete Publikum eines Besseren belehrte und verkündete, dass er die Welt nicht mehr verstünde. Denn wieso schaffe eine moderne und reiche Industrienation wie Deutschland es nicht, dieselbe Toleranz aufzubringen, wie sie doch schon die Mauren in Spanien vor über 1000 Jahren gegenüber den westgotischen Christen aufbrachten?

Herr Mazyek gab uns damit nicht nur einen Einblick in seine kläglichen Kenntnisse der Geschichte sondern offenbarte uns auch seine äußerst fragwürdige Vorstellung des Toleranzbegriffes.

Würde man dieser geschichtsverzerrenden Darstellung und der bedenklichen Auslegung des Begriffes als deutscher Staat nachkommen, hieße das nichts anderes, als die systematische Unterdrückung und Ausplünderung der deutschen muslimischen Bevölkerung betreiben zu müssen. Denn nichts anderes war die Besetzung und Unterwerfung der damaligen iberischen, westgotisch christlichen Bevölkerung.

Mir stellen sich nun einige Fragen:

Wie kann es möglich sein, dass ein hoher Würdenträger wie Mazyek in einer Sendung des öffentlich- rechtlichen Fernsehens die Okkupation und Unterdrückung einer Bevölkerung als tolerant bezeichnet?

Wie kann es möglich sein, dass er die Tributentrichtungen der damaligen christlichen und jüdischen Bevölkerungen Spaniens an die muslimische Führung als besonderes Zeichen der Toleranz darstellt? Denn niemand würde heute die Tribute der muslimischen Bevölkerung an die ehemaligen Kreuzfahrer in Jerusalem als besonderen Beweis einer toleranten Staatsführung bezeichnen und noch weniger sollte sich Deutschland an dieser, einzig auf den eigenen ökonomischen Vorteil bedachten, Politik ein Beispiel nehmen.

Wie kann es möglich sein, dass ein 1066 stattgefundenes Massaker an mehreren tausend Juden Granadas durch einen muslimischen Kalifen als Zeichen nachzuahmender Toleranz gedeutet wird?

Wie kann es möglich sein, dass die vollständigen Verwüstungen von Barcelona, Coimbra, León und vieler weiterer damaliger christlich iberischer Städte im 10. Jahrhundert durch die Mauren als eine tolerante Politik bezeichnet werden?

Und schlussendlich: Wie kann es möglich sein, dass niemand der dort Anwesenden ihm diese Fragen stellte? Aber wahrscheinlich waren das alles nur Ausnahmen von der damalige „muslimischen Toleranzbewegung“.

Dennis Hohloch
2. Stellv. Vorsitzender
Junge Alternative Brandenburg