Politischer Kommentar: 25 Jahre Mauerfall – Ein Beitrag von Jean-Pascal Hohm

25 Jahre Mauerfall – Ein Kommentar von Jean-Pascal Hohm

Am heutigen Sonntag, den 9. November 2014, jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 25. Mal. Jedem Bürger der DDR wurde an jenem Tag im Jahre 1989 erlaubt, die Republik zu verlassen. So strömten die Menschen in Massen zu den Grenzübergängen und forderten die Ausreise. Nach fast 30 Jahren durften die Bürger der DDR endlich wieder ihre Freunde/Familien im anderen Teil Deutschlands besuchen. Knapp ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, fand die offizielle Wiedervereinigung Deutschlands statt. Das Gebiet der ehemaligen DDR fiel in den Geltungsbereich des bundesdeutschen Grundgesetzes.

Aber war die Folge des Mauerfalls wirklich eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten oder viel mehr ein Anschluss der “neuen” Bundesländer an die BRD?

Keine Frage – Die DDR war ein Unrechtsstaat. Wie kann man sein Volk bloß Tag und Nacht überwachen? Wie kann man Menschen, die eine andere Meinung haben, in Gefängnisse sperren, und wie kann man Personen erschießen, die sich nach Freiheit sehnen? Darum sind meine Gedanken bei den Menschen, die an jener Mauer starben und bei denen die unter diesem Regime gelitten haben. Außerdem möchte mich bei den Leuten bedanken, die uns damals, auf den Straßen der Republik, die Freiheit erkämpft haben. Ihr seid gegen ein nicht funktionierendes System aufgestanden, obwohl Ihr mit üblen Konsequenzen rechnen musstet. Vielen, vielen Dank!

Um aber auf das Thema “Wiedervereinigung” zurückzukommen. Hätten wir nicht viel lieber auch gute Dinge übernehmen sollen, anstatt das komplette System der BRD auf die Gebiete der damaligen DDR zu übertragen? Polyklinik, kostenlose Kita und Haushaltstag – Dinge, die es nicht wert waren, sie zu erhalten?

Allgemein – Ist es schlecht “sozial” und “solidarisch” zu denken?
Ich bin sicher kein Freund des Kommunismus, in dem alle das Gleiche verdienen, alle im gleichen Haus wohnen und alle das gleiche Auto fahren, aber wir sind EIN Volk und als das sollten wir doch zusammenhalten. Die Starken sollten die Schwachen unterstützen, statt sie fallen zu lassen. Nicht jeder ist so intelligent und nicht Jeder kann so viel leisten wie manch Anderer, aber wer 40 Stunden pro Woche arbeitet und etwas für die Gesellschaft leistet, der sollte davon leben können und auch später eine vernünftige Rente beziehen.

Wir müssen aufhören nur an uns zu denken! Wären unsere Vorfahren nach dem 2. Weltkrieg Egoisten gewesen, dann hätte Deutschland wohl nicht so schnell wieder aufgebaut werden können. Die Menschen waren für einander da, egal welcher sozialen Schicht sie angehörten. Wir sind alle voneinander abhängig und so sollte sich auch der Chef eines großen Unternehmens bewusst sein, dass ohne den “kleinen”, fleißigen Arbeiter gar nichts geht. Jeder der seinen Teil dazu beiträgt, dass es in unserem Land voran geht, sollte gerecht entlohnt werden. Familien gehören massiv unterstützt und Arbeitssuchenden muss dabei geholfen werden, schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Solange sie auf der Suche sind, haben sie ein Anrecht auf Arbeitslosengeld. Wer hingegen gar nichts für die Gesellschaft leisten will und noch nie geleistet hat, der hat auch kein Recht auf Sozialleistungen.

Lasst uns gemeinsam dafür einstehen. JA zum Leistungsprinzip, aber NEIN zu Lohndumping und sinnloser Zeitarbeit. Wenn wir, als Alternative für Deutschland, uns für soziale Gerechtigkeit einsetzen, dann brauchen wir auch keine Angst davor zu haben, dass es bald nochmehr Ministerpräsidenten der SED-Nachflolgepartei geben wird. Die Wähler der Partei “Die Linke” wollen in den seltensten Fällen die DDR zurück. Sie wollen einfach nur von ihrer Arbeit leben können und nicht zum Amt oder einem 2. und 3. Nebenjob rennen müssen.

Jean-Pascal Hohm, Vorsitzender der Jungen Alternative Brandenburg